Argumente Season 2

Seit dem letzten Artikel ist einige Zeit vergangen. Als ich den letzten Post eingestellt hatte, war ich mir sehr sicher, dass es nicht so lange dauern würde, bis auf dem Blog wieder etwas passiert. Doch dann nahm der Arbeitsalltag wieder mehr Fahrt auf und es gab andere Projekte, die den Großteil der restlichen Zeit aufgefressen haben. Außerdem hatte ich das Gefühl mir mit den ersten zehn Artikeln die wichtigsten Themen von der Seele geschrieben zu haben. Vor allem die „Argumente-Reihe“ war mir wichtig und hat mir geholfen, die ein oder andere fachliche Diskussion über eine evidenzbasierte Physiotherapie abzukürzen. Denn wenn keine Zeit oder Energie da ist, die Grundlage in einem Gespräch zu erklären, kann ich einfach den Link zu den Artikeln verschicken. Und damit ist jetzt auch mein persönliches, nicht ganz uneigennütziges Ziel für diesen Blog heraus: Ich möchte es mir leichter machen, die Grundlagen rüberzubringen. Und je mehr Personen davon profitieren, desto besser. 

Nachdem es in Teil 1 der „Argumente- Reihe“ darum ging, dass das Totschlagargument „Wer heilt hat Recht!“ einfach nicht stimmt, möchte ich mich in den nächsten Artikeln mit einigen Konzepten und Ideen der Physiotherapie auseinandersetzen. Sie alle haben gemein, dass sie weiterhin sehr verbreitet sind, die zugrunde liegenden Annahmen und Theorien nur schwer haltbar sind. Hier sind also die Fragen, um die es sich in der zweiten „Staffel“ drehen soll:

  • Warum kümmert es Faszien nicht, wie hart sie bearbeitet werden?
  • Helfen uns Tests, wenn sie Veränderungen nach einer Behandlung zeigen?
  • Was hat uns eigentlich das ISG getan, dass wir die Schuld so oft dort suchen?
  • Wann können uns Bilder (X-Ray, MRT, CT) wirklich helfen und wann machen sie alles nur noch schwieriger?
  • Warum kümmert es Gelenke nicht, wenn sie manuell mobilisiert und manipuliert werden?

Ich weiß, dass viele dieser Fragen an anderer Stelle bereits gut aufgearbeitet wurden. Aber zum einen macht es mir Spaß Artikel zu schreiben und zum anderen denke ich, dass wir gewisse Grundlagen nicht oft genug unter die Leute bringen können. Ich hoffe, dass ich mit den Artikeln für die ein oder anderen Person die richtigen Worte finde und sich das Interesse an dem großen Wissensschatz, den wir für die Physiotherapie nutzen können und der außerhalb von Zertifikatsweiterbildungen und miesen Liebscher& Bracht Seminaren existiert, wecken lässt. 

Für den Fall, dass jemandem bereits beim Lesen der Themen der Gedanke aufgekommen ist, dass die erwähnten Techniken und Konzepte täglich im eigenen Arbeitsalltag funktionieren: Schaut sehr gerne beim ersten Teil der Argumente Serie vorbei. Es ist leider nicht so einfach wirklich festzustellen, ob und wie wir unseren Patient*innen helfen und welchen Anteil, wir an etwaigen Verbesserungen haben. Und da ich aus eigener Erfahrung weiß, dass es schwer zu verdauen ist, wenn man immer nur darüber liest, was alles nicht funktioniert, werde ich versuchen in jedem der neuen Artikel zum Abschluss ein paar Punkte für die Praxis zu nennen, damit niemand das Gefühl hat, komplett ohne Therapieansätze dazustehen.